Glanz, verstopfte Poren, raue Stellen oder empfindliche Haut verlangen nicht automatisch nach demselben Peeling. AHA, BHA und PHA lösen abgestorbene Hautzellen auf unterschiedliche Weise, deshalb erkläre ich die Unterschiede, passende Einsatzgebiete und eine sichere Routine für Gesicht und Körper.
Die passende Säure richtet sich nach Hautproblem und Verträglichkeit
- AHA glättet vor allem die Hautoberfläche und kann den Teint ebenmäßiger wirken lassen.
- BHA ist fettlöslich und eignet sich besonders für verstopfte Poren, Mitesser und ölige Haut.
- PHA wirkt meist sanfter und passt häufig zu empfindlicher oder trockener Haut.
- Für den Einstieg reicht ein Säureprodukt ein- bis zweimal pro Woche.
- Tagsüber gehört bei regelmäßiger Anwendung Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 zur Routine.

Was AHA, BHA und PHA wirklich unterscheidet
Alle drei Säuregruppen gehören zu den chemischen Peelings. Sie lösen die Verbindungen zwischen abgestorbenen Hautzellen, ohne dass ich die Haut mit Körnchen oder Bürsten kräftig rubbeln muss. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wo und wie schnell sie arbeiten.
| Säuregruppe | Typische Beispiele | Stärke | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|
| AHA | Glykolsäure, Milchsäure, Mandelsäure | Wasserlöslich, wirkt überwiegend an der Oberfläche | Raue Haut, fahler Teint, ungleichmäßige Pigmentierung |
| BHA | Salicylsäure | Fettlöslich, erreicht auch porenreichere Bereiche | Mitesser, ölige Haut, Unreinheiten |
| PHA | Gluconolacton, Lactobionsäure | Größere Moleküle, meist langsamere und mildere Wirkung | Empfindliche, trockene oder reaktive Haut |
AHA für mehr Glätte und gleichmäßigen Teint
AHA sind wasserlösliche Fruchtsäuren. Glykolsäure ist besonders klein und kann dadurch intensiver wirken, während Milchsäure oft etwas milder empfunden wird und zusätzlich Feuchtigkeit bindet. Mandelsäure ist wegen ihrer größeren Molekülstruktur für manche Einsteiger angenehmer.
Ich greife zu AHA, wenn die Haut stumpf aussieht, sich uneben anfühlt oder oberflächliche Pigmentflecken sichtbarer werden. Das Ergebnis ist kein Sofortfilter, sondern meist eine glattere Oberfläche nach mehreren Anwendungen. Bei empfindlicher Haut kann AHA allerdings brennen oder Rötungen verstärken.
BHA für Poren und überschüssigen Talg
Bei BHA ist im Gesicht fast immer Salicylsäure gemeint. Sie ist fettlöslich und kann sich deshalb besser in talgreichen Poren verteilen. Für Mitesser, glänzende T-Zone und verstopfte Poren ist sie oft die logischere Wahl als ein starkes AHA.
Das bedeutet nicht, dass BHA die Poren dauerhaft verkleinert. Es kann aber Ablagerungen lösen und dadurch das Hautbild klarer erscheinen lassen. Ich finde BHA besonders praktisch bei Mischhaut, würde es bei trockenen Wangen jedoch zunächst nur punktuell oder seltener verwenden.
PHA für einen vorsichtigen Einstieg
PHA wie Gluconolacton und Lactobionsäure haben größere Moleküle. Sie dringen langsamer ein und werden deshalb häufig besser vertragen als stärkere AHA-Produkte. Zusätzlich wirken sie feuchtigkeitsbindend, was bei trockener Haut ein echter Vorteil ist.
Sanfter heißt trotzdem nicht wirkungslos. PHA glättet die Haut meist weniger intensiv, eignet sich dafür aber gut für den Einstieg oder für eine Routine, in der die Hautbarriere schnell gereizt reagiert. Auch bei Rosazea-Neigung oder empfindlicher Haut sollte ich zuerst an einer kleinen Stelle testen.
Welcher Säuretyp passt zu welchem Hautbild
Ich würde die Auswahl nicht nach dem Trend, sondern nach dem konkreten Hautproblem treffen. Ein starkes Peeling bringt wenig, wenn die Haut eigentlich trocken und überpflegt ist. Verträglichkeit ist wichtiger als maximale Prozentzahlen.
| Hautbild oder Ziel | Sinnvoller Start | Darauf sollte ich achten |
|---|---|---|
| Fahle, raue Gesichtshaut | Mildes AHA oder PHA | Mit niedriger Häufigkeit beginnen und gut eincremen |
| Mitesser und ölige T-Zone | BHA mit etwa 0,5 bis 2 Prozent | Nicht automatisch auf das ganze Gesicht auftragen |
| Empfindliche oder gespannte Haut | PHA, alternativ mildes Milchsäureprodukt | Keine Anwendung auf gereizter oder verletzter Haut |
| Follikel und eingewachsene Haare | BHA oder ein mildes AHA für den Körper | Nicht direkt nach Rasur oder Waxing anwenden |
| Raue Oberarme oder trockene Beine | AHA-Bodylotion oder PHA mit Pflegewirkstoffen | Eine reichhaltige Pflege danach nicht vergessen |
Bei einzelnen Unreinheiten muss ich nicht gleich mehrere Säuren kombinieren. Ein BHA-Produkt auf der T-Zone kann sinnvoller sein als ein Ganzgesichtspeeling, während trockene Wangen von PHA plus beruhigender Pflege stärker profitieren.
Bei rauen Oberarmen, der sogenannten Reibeisenhaut, helfen Säuren manchmal, aber nicht immer allein. Ich kombiniere sie dort lieber mit einer Lotion, die beispielsweise Urea enthält. Das macht die Haut nicht spektakulär über Nacht glatt, führt aber bei regelmäßiger Anwendung häufig zu einem deutlich angenehmeren Gefühl.
So baue ich chemische Peelings sicher in die Routine ein
Der häufigste Fehler ist ein zu ambitionierter Start. Ich würde nicht gleichzeitig ein neues AHA, BHA, Retinol und ein stark parfümiertes Gesichtswasser testen. Beginne mit einem einzigen Wirkstoffprodukt, damit du Hautreaktionen überhaupt zuordnen kannst.
- Reinige die Haut sanft und trockne sie vorsichtig ab.
- Trage das Säureprodukt nach Herstellerangabe auf, zunächst nur an einem Abend pro Woche.
- Verwende anschließend eine einfache Feuchtigkeitspflege ohne viele zusätzliche Aktivstoffe.
- Steigere erst nach zwei bis drei gut vertragenen Anwendungen auf maximal zwei bis drei Abende pro Woche.
- Nutze am nächsten Morgen einen breitbandigen Sonnenschutz mit mindestens LSF 30.
Für Einsteiger sind Produkte mit ungefähr 5 Prozent AHA, 0,5 bis 2 Prozent BHA oder einer milden PHA-Konzentration oft ausreichend. Die Prozentzahl allein sagt jedoch nicht alles aus. pH-Wert, Formulierung, Einwirkzeit und Hautzustand beeinflussen die tatsächliche Intensität erheblich.
Ein leichtes Kribbeln kann vorkommen, starkes Brennen hingegen ist kein Qualitätsmerkmal. Bei anhaltender Rötung, Schwellung, Juckreiz oder schuppenden Stellen setze ich das Produkt ab und konzentriere mich einige Tage auf Reinigung, Feuchtigkeit und Barriereschutz.
Die FDA weist bei AHA-haltigen Kosmetika ausdrücklich auf eine erhöhte Sonnenempfindlichkeit hin. Das ist im Alltag relevant, weil ein Peeling ohne konsequenten UV-Schutz die Haut reizen und die Entstehung sichtbarer Pigmentflecken begünstigen kann.
Gesicht und Körper brauchen nicht dieselbe Strategie
Die Haut am Körper ist oft robuster, aber auch trockener und größeren Reibungen ausgesetzt. Deshalb funktionieren dort andere Texturen besser. Eine Bodylotion mit AHA oder PHA lässt sich gleichmäßiger verteilen als ein hochkonzentriertes Gesichtsserum.
Für raue Oberarme und Beine
Bei kleinen rauen Knötchen an den Oberarmen setze ich auf eine regelmäßige, milde Pflege statt auf aggressives Schrubben. AHA kann die verhornte Oberfläche glätten, während Urea oder Glycerin die Haut geschmeidiger halten. Entscheidend ist die kontinuierliche Anwendung über mehrere Wochen, nicht die einmalige Intensivbehandlung.
Für Rücken, Brust und eingewachsene Haare
BHA kann bei verstopften Poren am Rücken oder bei eingewachsenen Haaren hilfreich sein. Ich trage es dort sparsam auf und beobachte, ob die Haut trocken wird. Nach dem Rasieren oder Waxing warte ich, bis die Haut wieder ruhig ist, denn Säuren auf frisch gereizter Haut führen schnell zu Brennen.
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Für Hände und Dekolleté
Hände und Dekolleté werden oft unterschätzt, obwohl sie viel Sonne abbekommen. Ein mildes AHA oder PHA kann die Oberfläche gepflegter wirken lassen, ersetzt aber keine Handcreme und keinen Sonnenschutz. Gerade an diesen Stellen macht täglicher UV-Schutz langfristig meist mehr Unterschied als ein immer stärkeres Peeling.
Was häufig schiefgeht und wann eine Pause nötig ist
Viele Hautprobleme entstehen nicht durch den falschen Säuretyp, sondern durch zu viel davon. Wer täglich peelt, zusätzlich grobe Scrubs nutzt und danach Retinol aufträgt, überfordert die Hautbarriere leicht. Typische Warnzeichen sind Spannungsgefühl, Brennen bei Wasser und plötzlich raue Stellen.
- Keine Säuren auf Sonnenbrand, offene Stellen, Ekzeme oder stark entzündete Haut geben.
- Neue Säureprodukte zunächst nicht am selben Abend mit Retinoiden, Benzoylperoxid oder starkem Vitamin C kombinieren.
- Peeling nicht länger einwirken lassen, als es die Produktanleitung vorsieht.
- Bei empfindlicher Haut lieber mit einem kleinen Bereich beginnen.
- Bei akneähnlichen, schmerzhaften oder wiederkehrenden Entzündungen dermatologischen Rat einholen.
Auch während Schwangerschaft oder Stillzeit sollte ich bei hochkonzentrierten Peelings, großflächiger Anwendung und professionellen Behandlungen vorher medizinischen Rat einholen. Bei bekannten Hauterkrankungen ist eine individuelle Einschätzung sinnvoller als ein Selbsttest mit mehreren Wirkstoffen.
Ein weiterer Irrtum betrifft die Reihenfolge. Säuren müssen nicht zwingend mit möglichst vielen Seren ergänzt werden. Ich halte die Routine nach dem Peeling bewusst schlicht, weil eine intakte Hautbarriere die Voraussetzung dafür ist, dass Wirkstoffe überhaupt angenehm und regelmäßig genutzt werden können.
Meine einfache Entscheidungsregel für die nächsten vier Wochen
Ist die Haut vor allem rau und glanzlos, würde ich mit einem milden AHA oder PHA beginnen. Bei Mitessern und fettigen Poren ist BHA meist zielgerichteter. Reagiert die Haut schnell mit Rötung oder Brennen, bekommt PHA den Vorzug, allerdings nur auf einer stabilen, nicht bereits gereizten Haut.
Für die ersten vier Wochen genügt ein Peelingabend pro Woche, eine gute Feuchtigkeitspflege und jeden Morgen Sonnenschutz. Wenn die Haut ruhig bleibt, kann ich langsam steigern. Das beste Säureprodukt ist nicht das stärkste, sondern das, das ich langfristig vertrage.
Übersichtsarbeiten zur dermatologischen Anwendung ordnen PHA wie Gluconolacton und Lactobionsäure als meist mildere Alternativen mit zusätzlichen feuchtigkeitsbindenden Eigenschaften ein. Trotzdem bleibt jede Haut individuell. Wer langsam startet, die Reaktion beobachtet und nicht mehrere starke Aktivstoffe stapelt, kommt in der Haut- und Körperpflege meist am sichersten zu einem glatteren, ruhigeren Hautbild.