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Appell an Gesellschaft und Politik am Welttag „Zur Beseitigung der Armut“

In der sozialen Stadt Waldkirch sind viele Menschen bereit, akute Not zu lindern, mit ehrenamtlicher Arbeit, mit Sachspenden, mit finanziellen Mitteln. Der Tafelladen, der Kleiderladen und die Computertruhe gehören dazu. Bei einem gemeinsamen Infostand auf dem Waldkircher Markt gaben sie Auskunft über ihre Arbeit und über die verschiedenen Möglichkeiten, diese drei gemeinnützigen Einrichtungen zu unterstützen: Der einfachste Weg ist, Lebensmittel, nicht mehr gebrauchte Kleidung oder Computer und Zubehör abzugeben. Dadurch werden auch die Spender entlastet und haben das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Eine weitere, wichtige Weise der Mithilfe ist es, wenn Menschen einige Stunden pro Woche praktisch mitarbeiten. Sowohl in der Tafel als auch im Kleiderladen werden immer wieder neue Kräfte gebraucht, weil Mitarbeiter aus beruflichen oder familiären Gründen ausscheiden.

Die praktische Hilfeleistung für bedürftige Menschen ist eine wichtige Aufgabe; aber Tafelladen, Kleiderladen und Computertruhe sehen sich auch als Mahner und Kritiker der Misere. Denn eigentlich ist es eine Schande, dass in Deutschland so viele Menschen in Armut leben müssen, dass Kinder in finanzieller Not aufwachsen, dass alte Menschen ihre Minirente aufstocken müssen. Die ehrenamtlichen Helfer arbeiten auch darauf hin, dass Einrichtungen wie Kleiderladen oder Tafelladen für ein ganz normales Leben nicht mehr gebraucht werden. Dann könnten sich diese vielen Mitarbeiter wieder der Hilfe in Familie und Nachbarschaft widmen. Der Internationale Tag“ Zur Beseitigung der Armut“ ist aktueller Anlass, an die Verantwortung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu appellieren.

Mitglieder des Kleiderladens, der Tafel und der Computertruhe an ihren Infoständen.

Welttag „Beseitigung der Armut“ – Gemeinsame Aktion von Tafelladen, Kleiderladen und Computertruhe

Der 17. Oktober gilt als „Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut“. Globale Verpflichtung, diesen drängenden Auftrag zu erfüllen, haben Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Lokal tragen Hilfsorganisationen dazu bei, Armut zu lindern. Der Tafelladen, der Kleiderladen und die Computertruhe arbeiten nach sehr ähnlichen Konzepten: Ehrenamtlich engagierte Menschen sammeln Spenden aus der Bevölkerung, bereiten sie auf und geben sie an Bedürftige weiter, Lebensmittel, Kleidung, Computer. Dabei werden sie auf vielfältige Weise unterstützt, personell, materiell und finanziell. Die drei gemeinnützigen Vereine wollen mit einem gemeinsamen Auftritt auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, Armut zu beseitigen und ein menschenwürdiges Auskommen für alle zu schaffen. Am Infostand auf dem Waldkircher Wochenmarkt am Samstag, 20. Oktober, erhalten alle Interessierten Auskunft darüber, wie die drei Hilfseinrichtungen arbeiten, wer sie nutzen darf und wie man sie unterstützen kann.

Einweihung der neuen Räume des Kleiderladens

Nachdem der Kleiderladen Waldkirch e. V. von der Nummer 94 in die Nummer 97 der Lange Straße umgezogen ist und die Einrichtungsarbeiten bis auf Kleinigkeiten abgeschlossen sind, wurden die neuen Räume mit einer kleinen Feier eingeweiht. Der Einladung folgten Mitglieder und Helferinnen, Spender und Weggefährten, Gemeinderäte und die Landtagsabgeordneten Sabine Wölfle und Alexander Schoch. Die Gäste waren beeindruckt von den freundlichen Räumen, von der übersichtlichen Einrichtung, dem Ergebnis guter Ideen und vieler fleißiger Hände. Der alte Laden war praktisch, der neue Laden ist außerdem noch schön. Musikalisch sorgte Ursula Disch mit ihrem Akkordeon für eine angenehme Stimmung.

Gute Wünsche der Stadt überbrachte Klaus Detel, Stellvertreter des Oberbürgermeisters; er unterstrich die soziale Bedeutung des Kleiderladens und dankte dem Verein und den Helferinnen für ihr ehrenamtliches Engagement. Der Kleiderladen ist Mitglied im Netzwerk Flüchtlinge und hat enge Verbindungen zu anderen sozialen Einrichtungen in Waldkirch, zum Beispiel mit dem Tafelladen. Dieser versorgt Menschen mit wenig Geld mit gespendeten Lebensmitteln, so Friedhelm Wölker; im Kleiderladen erhalten dieselben Kunden Kleidung und Haustextilien für einen geringen Betrag. Neben Kleidung und Nahrung gehört Wohnen zu den Grundbedürfnissen. Darauf ging Frank Dehring, Geschäftsführer der Wabe, ein und nannte das Möbellager in der Mauermattenstraße und das Second-Hand-Kaufhaus „Hin und Weg“ in der Lange Straße. Ein weiterer Kooperation gibt es mit dem Babykleiderlager des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) am Marktplatz; Anita Beck-Friedrich stellte diese Hilfe vor. Sie sorgt auch für den Austausch mit dem Kleiderladen: Beim SkF gibt es Babysachen bis Größe 104, im Kleiderladen ab Größe 116. Weitere Partner sind die „Computertruhe“, der Bruckwald und die Rumänienhilfe von Elisabeth Pfaff.

Jutta Beckmann, die gemeinsam mit Ursula Hilpert und Claudia Sapel den Kleiderladen-Verein vertritt, nannte in ihrem Beitrag eine weitere Besonderheit: Von Beginn an arbeiten Flüchtlinge ehrenamtlich mit, die noch keine Arbeitsstelle gefunden haben. Sie unterstützen das Ladenteam bei allen anfallenden Tätigkeiten, dolmetschen und verbessern in der Praxis ihre Deutschkenntnisse. Zur Zeit sind es ein junges Ehepaar aus Syrien und ein Familienvater aus dem Libanon, vorher Flüchtlinge aus Nigeria und Mazedonien. Für alle Beteiligten ein Gewinn.

Der Kleiderladen finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, durch Spenden und durch die kleinen Beträgen der Kunden. Den entscheidenden Beitrag leistet die Stadt mit einem ansehnlichen Mietzuschuss, den der Gemeinderat beschlossen hat. Für diese verantwortungsvolle Entscheidung bedankten sich die Vorsitzenden im Namen des Vereins und der Kunden. Sie warben um die weitere Unterstützung des gemeinnützigen Projektes, sei es ideell, personell, finanziell oder materiell, und sie wiesen auf die derzeitige Sammlung hin: Geld für den Zukauf von Männerschuhen, die bei den üblichen Spenden Mangelware sind.